Die Umstellungsoperation

 

Eine exakte Durchführung der Operation wird durch den auch in der Knieendoprothetik benutzten Orthopiloten  erreicht. Dies ist ein Navigationssystem das es dem Operateur ermöglicht dreidimensional die Beinachse exakt zu rekonstruieren. Dabei wird die Korrektur auch in Abhängigkeit der Schädigung des Gelenkknorpels durchgeführt. Die „Zielgröße“ der Umstellung hängt von der Knorpelschädigung (Grad II, III oder IV) ab.

 

Die Fixierung mittels winkelstabiler Platte (Tomofix) gewährleistet eine schnelle Belastbarkeit, frühfunktionelle Nachbehandlung und damit eine Wiedereingliederung in das berufliche Leben innerhalb eines Zeitraums von 4 – 8 Wochen. Alternativ kann die Stabilisierung auch mittels Nagel oder äußerem Spanner (Fixateur externe) erfolgen.

 

Schritt 1: Analyse der Beingeometrie

Die Analyse der Beingeometrie (Beinlänge, Beinachse, Beindrehung) erfolgt einerseits mittels navigierter Ultraschallbestimmung und einer Ganzbeinstandaufnahme. In der nebenstehenden Abbildung sind die Ergebnisse einer Beinachsenvermessung dargestellt. Mit einer Genauigkeit von +/- 1mm und +/- 1° wurden die Länge des Oberschenkels (Femur length), des Unterschenkels (Tibia length), die Gesamtbeinlänge (Leg length), die Verdrehung (Torsion) des Oberschenkels (OST), die Verdrehung des Unterschenkels (UST), die Verdrehung des gesamten Beines (BT) und die mechanische Achse (Valgus / Varus) angegeben.

Die Ganzbeinstandaufnahme ist zur exakten Analyse und Bestimmung des Fehlstellungszentrums (CORA = Center of Rotation and Angulation) notwendig. Dieser sogenannte Malalignment-Test dient auch zur Bestimmung, ob eine Operation am Ober- oder Unterschenkel durchgeführt werden muss.

 

Schritt 2: Arthroskopie des betroffenen Kniegelenkes 

Besteht eine ausgeprägte Schädigungen an mehreren Stellen des Kniegelenkes, so ist eine Umstellungsoperation nicht mehr ratsam. Bei kleineren Defekten, insbesondere bei jungen aktiven Patienten kann ein Kombinationseingriff aus Knorpeltransplantation, bzw. Mikrofrakturierung (Eröffnen des Knochenmarks zur Anregung einer Ersatzknorpelbildung) angezeigt sein. In Abhängigkeit dieses Knorpelschadens wird das Ziel der Korrektur anhand obenstehender Abbildung auf 4-5° Valgus definiert. 

 

Schritt 3: Operation

 Mit Hilfe eines Navigationssystems wird die Achse eingestellt und in diesem Fall mit einer Platte stabilisiert. Durch die Verwendung des Navigationssystems ist eine sehr exakte Einstellung der Gelenkachse auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten möglich.

 

 

Schritt 4: Nach der Operation

Die präoperative Diagnostik wird wiederholt, um das Operationsergebnis zu überprüfen. Die Nachbehandlung erfolgt zunächst unter einer Teilbelastung mit 20 kg an Unterarmgehstützen, bei freier Beweglichkeit des Kniegelenkes.

 

Schritt 5: Metallentfernung:

Die Entfernung der Metallplatte erfolgt ca. 1 Jahr später