Navigierte Ultraschallvermessung der Beine

Messen der Beinlänge:

DIESE VERMESSUNG IST AKTUELL LEIDER NICHT MÖGLICH.



Die Analyse der Beingeometrie beinhaltet immer eine dreidimensionale Betrachtung. Das Messen der Beinlänge, die Bestimmung der Torsion (Verdrehung) und der mechanischen Achse. Klassische Röntgenaufnahmen bilden jedoch immer nur zwei Dimensionen ab. Dies ist dann ausreichend, wenn die entsprechende Ebene (z.B. X- oder O-Bein) oder die Beinlänge wie bei der Ganzbeinaufnahme regelrecht und in korrekter Aufnahmetechnik abgebildet wird. Der Betrachtungswinkel spielt jedoch eine wesentliche Rolle. Dies lässt sich am einfachsten am Beispiel einer Banane erklären. Diese kann je nach Betrachtungswinkel vollkommen gerade oder stark gebogen erscheinen. Kommen zu dieser Fehlerquelle auch noch Bewegungsartefakte oder ein bei der Aufnahme gebeugtes Kniegelenk hinzu, weist die Untersuchung falsche Werte aus.

 

Die exakte Analyse der Beindeformität ist jedoch die wesentliche Grundvoraussetzung für die Planung und Durchführung des therapeutischen Vorgehens. Ein in der Analyse getätigter Fehler kann im weiteren Verlauf nur noch schwer korrigiert werden. Die alleinige klinische Untersuchung wie auch der Ausgleich des Beckens mittels unterlegter Brettchen weisen eine hohe Ungenauigkeit aus und dienen lediglich der ersten orientierenden Untersuchung.

 

Der bisherige Goldstandard, die Computertomographie (Ulmer Methode) ist ähnlich exakt wie die sonographische Bestimmung der Beingeometrie, hat jedoch eine Strahlenbelastung von 0,7 bis 6,3 mGy. Ebenso ist die Untersuchung anfällig für Bewegungsartefakte. Insbesondere für Kinder bietet die navigierte Ultraschallbestimmung der Beingeometrie eine schmerz- und strahlenfreie Möglichkeit, Beindeformitäten oder auch nur geringe Abweichungen von der normalen Beingeometrie exakt zu diagnostizieren (+/- 1 mm). Die Untersuchung ist beliebig oft wiederholbar.

 

Indikation zur Beinachsenvermessung:

 

Angeborene Wachstumsfehler:

  • Beinlängendifferenz
  • Torsionsfehler (Drehfehler)
  • Genu varum/valgum (O-/X-Bein)
  • Kombinierte Achsabweichungen
  • Beindeformitäten.

 

Erworbene Beindeformität:

  • Posttraumatische Beinlängendifferenz,
  • gelenknahe Fehlstellung,
  • Dreh- und Achsfehlstellung,
  • Schädigung der Wachstumsfugen

 

Allgemeine Veränderung der Beingeometrie:

  • Angeborene und unfallbedingte wiederkehrende Patellaluxationen (Ausrenkungen der Kniescheibe)
  • isolierte mediale/laterale Gonarthrose (Knorpelschaden des inneren oder äußeren Gelenkspaltes)
  • auffälliges pathologisches Gangbild

 

Die Untersuchung ermöglicht eine schmerzfreie exakte Bestimmung, die auch frei von Bewegungsartefakten ist.  Sie beruht auf einer dreidimensionalen Erfassung definierten Konturen. Der Patient wird hierbei auf einer Liege in Neutralstellung gelagert. Unter Verwendung eines herkömmlichen Ultraschallgerätes, das an ein 3D-Ultraschallortungssystem der Firma Aesculap (Orthopilot) gekoppelt wird, werden nach definiertem Muster beidseits das Hüftkopfzentrum , die hüftkopfnahe Erhebung des Trochanter majors , die Mitte der Femurkondylen  und des Tibiaplateaus  die Eminentia interkondylaris, die Sprunggelenksmitte (talar oder tibial) sowie der Sprunggelenksspalt bestimmt. Die maximale Standardabweichung für die Messung der Ober-, Unter- und Gesamtbeinlängenbestimmung ist mit +/- 1 mm momentan die geringste in der Literatur beschriebene. Die Untersuchung dauert ca. 15 min..